Krankheitsbilder

Als wissenschaftlich überprüfte Behandlungsmethode hat sich die Verhaltenstherapie für nachstehende Krankheitsbilder als besonders hilfreich erwiesen. Sie sind in der Regel gut behandelbar.

ANGSTSTÖRUNG

Viele Patienten leiden unter einer Angststörung, die sich entweder in Form von Ängsten in beengenden Räumen oder Situationen zeigt  (Agoraphobie) oder aber auch ohne zunächst ersichtlichen Grund plötzlich  auftritt (Panikattacke). Diese Ängste gehen meist mit starkem Herzklopfen, Unruhe, Schweißausbrüchen, Atemnot, dem Gefühl von Druck im Brustraum, Schwindel und Schwächegefühlen einher. Manchen Patienten glauben sogar einen Herzanfall zu bekommen, ohnmächtig oder verrückt zu werden. Es gibt Patienten die  leiden unter starken Ängsten in Situationen, in denen sie der Beobachtung anderer Menschen ausgesetzt sind (soziale Phobie). Sie befürchten die Kontrolle zu verlieren, rot zu werden oder ähnlich peinlich aufzufallen. Massive Ängste vor Spinnen, Schlangen, Mäusen oder anderem (isolierte Phobie) gehören zu den spezifischen Phobien. Auch diese Ängste lassen sich im Rahmen einer verhaltenstherapeutischen Intervention gut behandeln.  Die so genannte generalisierte Angststörung umfasst ein Krankheitserleben, in dem die Patienten ständig Ängste um ihnen nahe stehende Menschen haben und befürchten, dass ein schlimmes Unglück geschehe. Andere aber machen sich vor allem Sorgen und leiden unter einer  Angst körperlich krank zu sein.

SOMATISIERUNGSSTÖRUNG

Obwohl ihr Hausarzt sie beruhigt hat, sind Patienten mit einer so genannten Somatisierungsstörung ebenfalls ständig beunruhigt   und können sich meist ihre körperlichen  Beschwerden nicht erklären. Alles Denken dreht sich zunehmend um eine mögliche körperliche Erkrankung und versetzt die Betroffenen von daher in ständige Anspannung und Beunruhigung.

ZWANGSSTÖRUNG

Ein weiteres Krankheitsbild, welches mit starken Ängsten und Befürchtungen einhergeht, ist die Zwangsstörung. Meist entwickeln Patienten bedrohliche und Angst machende  Gedanken (Gedankenzwänge), die sich oft zunehmend aufdrängen und die sie trotz aller Bemühungen nicht loswerden können. Durch ritualisierte Handlungen (Zwangshandlungen) wird oft versucht diese Bedrohung abzubauen, um wieder angstfrei leben zu können. Häufig ist die ganze Familie in ein starres Muster aus Vermeiden und vorgegebenen Handeln eingebunden. Auch dieses Störungsbild ist für eine verhaltenstherapeutische Intervention gut zugänglich

DEPRESSION

Die meisten Patienten mit einem depressiven Stimmungsbild (affektive Störung) erleben sich müde, antriebslos, sie sind schnell erschöpft, haben an wenig Dingen Freude. Sie glauben oft, dass sich in ihrem Leben nichts mehr verändern lässt und erleben sich dementsprechend hilflos und ausgeliefert. Viele grübeln und leiden zudem unter Schlafstörungen. Alle depressiven Erkrankungen bedürfen zunächst einer eingehenden diagnostischen Abklärung, auch unter Einbeziehung des Hausarztes und anderer Fachärzte. Ist eine Verhaltenstherapie indiziert, gibt es wirksame therapeutische Interventionen um diesen Teufelskreis des depressiven Erlebens und des sich Zurückziehens aufzubrechen. So gibt es eine depressive Störung (depressive Episode) die als Reaktion von deutlichen Veränderungen der Lebenssituation auftritt (Beruf,    Partnerschaft, Familie, Verlusterleben oder finanzielle Sorgen). Wieder andere Depressionen (rezidivierende Depression)  treten immer wiederkehrend, oft zu bestimmten Jahreszeiten auf. Auch hormonelle Veränderungen spielen dabei eine große Rolle. Die Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder einen andern mitbehandelnden Facharzt ist hier besonders wichtig. Ob Medikamente sinnvoll und notwendig sind, entscheidet sich oft erst im Verlauf einer Psychotherapie. Grundsätzlich gilt hier allerdings natürlich: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

BURN OUT SYNDROM

Eine Sonderform der Depression stellt das so genannte Burn out Syndrom dar. Auch hier erleben sich die Betroffenen ausgebrannt, müde und erschöpft. Alles wird ihnen zuviel (Stress) und der Betroffene hat das Gefühl den vielfältigen Erwartungen nicht mehr genügen zu können. Auch hier gilt es die eigenen Vorstellungen von sich selbst näher zu hinterfragen, eine Achtsamkeit für eigene Bedürfnisse und Grenzen zu entwickeln und insgesamt zu einer ausgewogenen Life-Work-Balance zurückzufinden.

BELASTUNGSREAKTION UND ANPASSUNGSSTÖRUNG

Veränderungen von Lebenssituationen bringen oft eine zusätzliche Belastung mit sich. So fällt es diesen Patienten schwer, mit Trennungen, finanziellen Sorgen, Arbeitslosigkeit, Verlusterlebnissen, etc. umzugehen. Oft reagieren sie dann mit Rückzug und sehen keine Möglichkeit aus ihrer momentanen Situation herauszufinden und sind entsprechend deprimiert (Belastungsreaktion).

Manche Menschen reagieren auf oft notwendige Anpassungen an veränderte Lebensumstände mit krankheitswertigem Erleben wie Ängsten und depressiven Verstimmungen (Anpassungsstörung).

Eine besondere Situation der ständigen Belastung stellt das Mobbing am Arbeitsplatz dar. Menschen erleben sich von anderen ausgegrenzt, verfolgt und mit bösartigen Unterstellungen konfrontiert. Oft erscheint die Situation ausweglos. Auch hier bietet die Verhaltenstherapie Möglichkeiten diese belastenden Lebensumstände aufzulösen.

COMING OUT

Menschen, die ihre sexuelle Identität noch nicht offen in ihrem sozialen Umfeld leben, weil sie befürchten ausgegrenzt oder abgelehnt zu werden, finden in verhaltenstherapeutischen Gesprächen die notwendige Unterstützung, um ein angstfreies und selbstbewusstes Leben führen zu können (Coming out).